Saison-Kalender

Essen nach den 4 Jahreszeiten

Ob Mangos, Bananen, Erdbeeren oder Weintrauben, ob Tomaten, Paprika, Zucchini oder Melanzani: Im Supermarkt lassen sich verschiedenste Obst- und Gemüsearten in Hülle und Fülle finden! Doch was davon hat eigentlich wann Saison? Was wächst bei uns im Lande, und was auf der andren Seite der Erde? Was esse ich idealerweise im Winter, was im Sommer? Was gibt’s an heimischer Ware im Frühling, was im Herbst?


In der letzten Zeit habe ich mich tiefer in das Thema regionale und saisonale Ernährung eingelesen und mir daraufhin ganz bewusst vorgenommen, mich öfter beim Einkaufen am Saisonkalender zu orientieren.

Als Großstadtbewohnerin, so wie ich’s durch und durch bin, fällt einem das ja gar nicht immer so leicht, bei dem Angebot an schönem Sommergemüse, bunten Beeren und tropischen Früchten, die selbst in den allerkältesten Monaten des Jahres bei uns erhältlich sind!

Doch mir gefällt sie, die kleine Herausforderung, von nun an auch mal ruhig zu weniger bekannten Obst- und Gemüsesorten zu greifen. Andere Sorten auszuprobieren, wie Kohl, Kraut und Rüben, die ich bisher auf meinen Bummeltouren durch den Supermarkt kaum wahrgenommen habe, und mit ihnen eine Vielzahl an neuen, originellen, vielleicht ausgefalleneren Gerichten zu kochen.

Warum ich das mache und welche Vorteile das so mit sich bringt, das liest Du hier.

Paprika, saisonales Obst

5 gute Gründe, überwiegend regionales und saisonales Obst und Gemüse zu essen

Kürbis, saisonales Obst

Zugegebenermaßen, es bedarf ein bisschen ’ner Überwindung, hin und wieder auf sein Lieblingsobst und Lieblingsgemüse zu verzichten und stattdessen vorrangig jene Obst- und Gemüsearten einzukaufen, die zum jeweiligen Zeitpunkt gerade Saison haben. Mittlerweile bin ich jedoch stark davon überzeugt, dass das Verwenden von saisonalem und regional angebautem Obst und Gemüse so ziemlich jedes vegetarische & vegane Essen aufpeppt – und dabei gleichzeitig uns, der Umwelt und unsrem Budget gut tut!

Ich will sie Dir gar nicht länger vorenthalten: Hier sind die meiner Ansicht nach wichtigsten Gründe, nach den vier Jahreszeiten zu schmausen und Frühling, Sommer, Herbst und Winter küchentechnisch voll auszukosten.

Karotte, saisonales Obst

1. Es schmeckt besser!

Heimisches Obst und Gemüse, das zur natürlichen Reifezeit geerntet wird, kann sein volles, sortenspezifisches Aroma entwickeln und behält dieses dank kürzerer Transportzeiten bis zum Supermarkt bei. Die Ware ist frisch, was sich durch einen intensiveren, besseren Geschmack bemerkbar macht. Bei exotischen Früchten und anderen importierten Produkten ist das leider oft nicht der Fall. Diese werden zumeist unreif geerntet und nehmen (viel) längere Transport- und Lagerzeiten auf sich, wodurch Aromastoffe verloren gehen oder sich erst gar nicht zur Genüge entfalten können.

2. Es ist umweltfreundlicher

Regional angebautes Essen benötigt keine langwierigen Transportwege mit Flugzeug, LKW oder Schiff, die durch Co2-Emissionen extra unser Klima belasten. Bis sie in Wien sind haben Weintrauben aus Chile zum Beispiel einen insgesamt 838-fach (!) höheren CO2-Ausstoß als Weintrauben aus dem Burgenland. Doch nicht nur der Transport, sondern auch die Art des Anbaus ist entscheidend für die Ökobilanz. Gedeiht das Obst und Gemüse naturgemäß am Feld oder im Garten unter freiem Himmel, so kann auf beheizte Gewächshäuser und Folien verzichtet werden, was große Mengen Energie und Material einspart.


Übrigens: Regional bedeutet nicht gleich saisonal. So stammen Tomaten im Winter zum Teil zwar aus Österreich, werden allerdings in erwärmten Glashäusern angebaut und bis zur Reife künstlich beleuchtet. Wer umweltbewusster leben möchte und einen feinen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten will, der kauft die Tomaten lieber dann, wenn sie wirklich Saison haben: Von Juli bis Oktober.

saisonales Obst und Gemüse

3. Es ist preisgünstiger

Jeglicher Schnickschnack für die im Ausland angebauten, aufwendig transportierten, künstlich nachgereiften und kühl gelagerten Produkte fällt weg. Regionale Ware landet bereits kurze Zeit nach der Ernte auf dem Marktstand oder in unserem Supermarktregal, und das spart unnötige Kosten. Außerdem liegt für Saisonware normalerweise ein höheres Angebot vor, wodurch der Preis zusätzlich sinkt.

4. Es stecken mehr Nährstoffe drin

Wer in einen saftigen, knackigen und soeben vom Baum gepflückten Apfel beißt, der kann sich so ziemlich sicher sein, dass dieser auch ’ne breite Vielfalt an Nährstoffen enthält. Obst und Gemüse, das zur Saison reif geerntet wird und möglichst rasch an uns verkauft wird, steckt noch voller Vitamine, Mineralstoffe und gesundheitsfördernder Pflanzenstoffe. Aber je länger frische Lebensmittel gelagert und aufbewahrt werden, desto höher fallen die Nährstoffverluste aus – Spinat beispielsweise hat nach 2 Tagen Lagerung bei Raumtemperatur schon circa 75% seiner wertvollen Inhaltsstoffe verloren. Jene Verluste kann man zwar durch gekühlte oder gegebenenfalls lichtgeschützte Lagerung minimieren, dennoch nicht verhindern. Darum: Lieber gleich möglichst frisch geerntete Produkte aus der Region konsumieren als Importwaren, die bereits seit Tagen oder sogar Wochen unterwegs sind.

5. Es ist abwechslungsreich

Saisonal einkaufen heißt: Je nach Jahreszeit landen unterschiedliche Sorten Obst und Gemüse im Einkaufskorb, und das sorgt für eine natürliche Abwechslung im Speiseplan. Während ich im Winter also meine Kohllasagne, Rote-Rüben-Strudel oder Lauchsuppe esse, erfreue ich mich im Frühling an Spargel-Risotto und Rhabarber-Chutney. Im Sommer genieße ich meine heiß geliebten Tomaten und klarerweise allerlei Beeren und Steinobst, und im Herbst gibt es dann endlich wieder Kürbisspalten aus dem Backrohr, haufenweise Kartoffelpüree sowie mindestens eine Schnitte selbstgemachten Apfelstreuselkuchen!
Zwiebeln, saisonales Obst

Mir geht es weniger drum, auf Lebensmittel aus weit entfernten Ländern voll und ganz zu verzichten, sondern vielmehr darum, mehr an heimisch angebauten, regional produzierten Nahrungsmitteln in meine Ernährung einzubauen. Ich liebe es, gesund, balanciert und umweltbewusst zu kochen, und ich liebe es noch viel mehr, die Speisen, die dabei entstehen, zu teilen. Mit meinem Freund, meiner Schwester, guten Freundinnen und mit Dir – auf kohlblatt.com.

Saison-Kalender zum Downloaden

Ein Saisonkalender kommt äußerst praktisch, wenn man schönes Obst und Gemüse der Saison einkaufen möchte, aber noch nicht ganz weiß, welches. Ich werfe immer wieder gerne einen Blick drauf, bevor ich einkaufen gehe, und entscheide dann spontan, worauf ich Guster habe.

Hier ist der Saisonkalender, an dem ich mich orientiere, in pdf-Format.

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Entdecken und Kosten aller bunten Obst- und Gemüsesorten, die Mutter Erde uns wunderbarerweise zur Verfügung stellt. Sie schmecken besser, als man meinen könnte.

Und zum Abschluss noch eine kleine Weisheit, die ich im Studium aufgeschnappt habe und auch so schon sehr oft gehört hab‘:

Eat your veggies!

Immer, überall, und jeden Tag aufs Neue.